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Freie Presse vom 31. März 2012
Zschopau macht den Weg frei - BSG Motor beschließt Auflösung
 
Nachdem die geplante Fusion der Fußballvereine FSV Krumhermersdorf und BSG Motor Zschopau bereits gescheitert schien, wird das Projekt nun doch noch einmal in Angriff genommen. Dabei geht die Initiative von den Zschopauern aus, die Anfang März keine ausreichende Mehrheit für eine Auflösung ihres Vereins erzielt hatten und damit in eine Sackgasse geraten waren. "Dieser Beschluss ist aufgehoben worden. Wir haben neu abgestimmt, wobei sich diesmal fast alle für eine Vereinsauflösung aussprachen", berichtet der BSG-Vorsitzende Gert Schmerler nach einer erneuten Versammlung am Donnerstagabend. Ohne Gegenstimme sprachen sich 31 Vereinsmitglieder dafür aus, ein Anwesender enthielt sich der Stimme.
"Nun werden wir uns mit dem FSV an einen Tisch setzen, um gemeinsam doch noch eine Lösung zu finden", sagt Schmerler, der bereits den Kontakt zum Krumhermersdorfer Vorstand gesucht hat. Kurz nach der ersten Abstimmung vor gut vier Wochen hatte er sein Amt niedergelegt. In der Folge sei es bei Motor zu intensiven Gesprächen über verschiedene Standpunkte gekommen, die offenbar Wirkung zeigten. "Einige haben ihre Entscheidung noch einmal überdacht", berichtet Schmerler, der am Donnerstagabend seine Überlegungen erneut ausgiebig schilderte. "Im Sinne einer sicheren Zukunft ist der Zusammenschluss der beste Weg. Im Nachwuchsbereich wachsen beide Vereine ja jetzt schon zusammen", verweist er die bereits existierende Kooperation. Aufgrund des Umdenkens verkündete er seinen Rücktritt vom Rücktritt. Ziel sei weiterhin, als gemeinsamer Verein in die Saison 2012/13 zu gehen. (anr)
 

 
 
Freie Presse vom 05. März 2012
Keine nötige Mehrheit: Fusion bleibt eine Vision - Zusammenschluss von Krumhermersdorf und Zschopau gescheitert
 
Auf absehbare Zeit wird es im mittleren Erzgebirge keine neue vereinte Fußball-Macht geben. Der geplante Zusammenschluss des in der Fußball-Bezirksliga spielenden FSV Krumhermersdorf und der BSG Motor Zschopau (1./Erzgebirgsliga), den die Vorstände beider Vereine für den Sommer angestrebt hatten, ist in letzter Sekunde gescheitert. Nachdem die Krumhermersdorfer Mitglieder vor einer Woche ohne Gegenstimme die Auflösung ihres FSV beschlossen und damit den Weg zur Fusion geebnet hatten, gab es bei der Mitgliederversammlung der BSG Motor am Freitagabend deutlich mehr Diskussionen. Am Ende wurde die nötige Drei- Viertel-Mehrheit verfehlt.
Von den anwesenden 49 BSG-Mitgliedern stimmten 27 für das Projekt und – bei 5 Enthaltungen – 17 dagegen. „Wir hätten zehn mehr Ja-Stimmen benötigt“, erläutert der Vereinsvorsitzende Gert Schmerler, dem seine Enttäuschung deutlich anzumerken war. „Im Vorfeld war klar gewesen, dass es nicht einfach wird, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Aber ich war mir ziemlich sicher, dass es funktioniert.“ Die Zahl derer, die sich gegen die Fusion aussprachen, war letztlich größer als erwartet. Bei der Versammlung wurde deutlich, dass der Spielort einen der Streitpunkt darstellte. Aber die Frage, ob und wie viele Partien in Zschopau oder Krumhermersdorf ausgetragen werden sollten, war laut Schmerler nicht der einzige Grund für das Scheitern. An diesem konnte auch ein Plädoyer von Motor- Trainer Frank Seefeldt nichts ändern, der sich als ehemaliger Spieler beider Vereine klar für einen Zusammenschluss ausgesprochen hatte.
Beim FSV Krumhermersdorf, dessen Auflösungsbeschluss nun hinfällig ist, zeigte sich Abteilungsleiter Steffen Richter überrascht und enttäuscht: „Ich bin traurig, dass es so gekommen ist. Hier hätte etwas Großes entstehen können.“ Das Zustandekommen dieses Beschlusses könne und wolle er nicht kommentieren. Nach der monatelangen Kooperation der beiden erweiterten Vereinsvorstände, die in Arbeitsgruppen bereits konkrete Pläne erarbeitet hatten, habe sich der FSV „schon auf den Zusammenschluss eingestellt“. „Nun müssen wir uns zusammensetzen und die Situation in aller Ruhe beraten“, so Richter. Auch bei der BSG ist für heute Abend eine Vorstandssitzung anberaumt. (anr)
 

 
 
Freie Presse vom 29. Februar 2012
Für das Double viel geschwitzt - Die Fußballer der BSG Motor Zschopau peilen im Erzgebirge sowohl den Meistertitel als auch den Pokalsieg an. Dabei verlief die Rückrunden-Vorbereitung anders als gewohnt.
 
Dreimal pro Woche haben die Fußballer der BSG Motor Zschopau im Februar geschwitzt, um für die am Sonntag beginnenden Pflichtspiele des neuen Jahres fit zu sein. Die Bedeutung des als erstes anstehenden Kreispokal-Viertelfinales gegen den TSV Jahnsdorf stellt Trainer Frank Seefeldt dabei hinten an. „Unser Fokus liegt eindeutig auf der Erzgebirgsliga. Wir wollen ungeschlagen Meister werden“, erklärt der 50-Jährige. Den Pokal sieht er als Zugabe, die dennoch voll ausgekostet werden soll: „Wenn man die Chance aufs Double hat und den vermeintlich stärksten Gegner daheim ausschalten kann, dann soll natürlich auch der Pott her.“
Trotz der hohen Ziele des aktuellen Tabellenführers traute sich Seefeldt, bei der Vorbereitung auf die Rückrunde neue Wege zu gehen. „Es war eine extrem lange Winterpause, in der ich die Zügel bewusst etwas lockerer gelassen habe. Immer mehr unserer Spieler haben ja nun eine Familie.“ Anders als in der Vergangenheit hielt sich die Zahl der Hallenturniere in Grenzen. Erst Ende Januar stand der Trainingsauftakt an.
Nicht nur der Zeitplan hat sich geändert, sondern auch der Inhalt der Übungseinheiten. Weil das Wetter nicht mitspielte, kamen Spielformen wesentlich kürzer als sonst. Statt auf dem schneebedeckten, gefrorenen beziehungsweise mittlerweile extrem feuchten Rasen wurde auf den Wegen und Straßen von Zschopau trainiert. „Wir haben die ganze Stadt erforscht“, sagt Seefeldt schmunzelnd und verweist unter anderem auf die Kirchtreppen und den lang gezogenen Berg am örtlichen Feuerwehr-Depot.
Auf ihrer „Erkundungstour“ machten die Motor-Kicker auch zweimal in einem Zschopauer Fitnessstudio Station. „Wenn man zu muskelbepackt ist, kann man sich als Spieler nicht mehr allzu gut bewegen. Aber in gesundem Maß macht das durchaus Sinn“, ging Seefeldt auf die Anregung der Mannschaft ein. An einigen Geräten sowie bei den meisten der vielen Kraftund Koordinationsübungen wirkte der 50-Jährige selbst mit, was sich am nächsten Morgen in Form eines Muskelkaters bemerkbar machte.
Mittlerweile steht die Schnelligkeitsausdauer im Mittelpunkt des Vorbereitungsprogramms, das bis zum ersten Spieltag der Rückrunde am 11. März ausgelegt ist. Beim Pokalspiel gegen Jahnsdorf erwartet Seefeldt daher noch nicht die optimale Spritzigkeit: „Daran müssen wir noch arbeiten.“ Dies ist auch die Erkenntnis aus den vier Testspielen. Dass gegen Meerane (1:1), Lok Zwickau (2:4), Augustusburg/Erdmannsdorf (4:3) und Olbernhau (3:2) nicht alles rund lief, hatte aber auch andere Gründe. „Ich habe viel ausprobiert und einige Spieler auf ungewohnten Positionen getestet“, erklärt Zschopaus Coach, der auf dem Weg zum angestrebten Double keine Experimente scheut. (anr)
 

 
 
Freie Presse vom 28. Dezember 2011
Vereine wollen ihre Kräfte bündeln - Die beiden Fußballklubs BSG Motor Zschopau und FSV Krumhermersdorf streben eine Fusion an. Nachdem die Vorstände erste Schritte eingeleitet haben, könnte es bereits im Sommer soweit sein. Entscheiden müssen aber die jeweiligen Mitglieder.
 
In den vergangenen sechs Jahrzehnten hat es viele spannende Derbys zwischen den Fußballern aus Zschopau und Krumhermersdorf gegeben. Auch die kommende Saison hätte heiße Duelle zwischen den beiden Lokalrivalen versprochen, deren Plätze kaum drei Kilometer voneinander entfernt sind. Schließlich hat der FSV Krumhermersdorf als höchstklassiger Verein der Region seine Krise in der Bezirksliga offenbar überwunden und könnte 2012/13 auf die BSG Motor Zschopau treffen, die die Erzgebirgsliga nach Belieben dominiert und als designierter Aufsteiger schon neun Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz hat. Doch statt gegeneinander wollen die beiden Klubs künftig miteinander agieren.
„Unsere beiden Vereine stehen derzeit in engen Gesprächen, die das Zusammengehen zu einem Fußballverein zum Gegenstand haben“, bestätigen der BSG-Vorsitzende Gert Schmerler und Steffen Richter, Fußball- Abteilungsleiter des FSV. Offenkundig wurde das beiderseits vorhandene Interesse vor wenigen Tagen während einer Stadtratsitzung in Zschopau. Bei einer Diskussion, die den erhofften Kunstrasenplatz betraf, sprachen die Klub-Verantwortlichen auch über ihre Fusionspläne. Hinter den Kulissen wird schon länger am Projekt gebastelt. So existieren bereits seit Wochen Arbeitsgruppen, die in verschiedenen Aufgabenbereichen Konzepte erarbeiten. „Es sind aber noch lange nicht alle Themenkreise abgedeckt“, betonen Schmerler und Richter.
Zwar steht die Fusion bereits für Mitte 2012 im Raum, doch sei es bis dahin noch ein langer Weg. Dass sich die Vorstände beider Klubs in wichtigen Fragen einig sind, stelle nur die Grundlage dar. „Es gibt noch viele Dinge zu klären“, sagt Schmerler. Und Richter ergänzt: „Das Wichtigste ist die Meinung der Spieler und Vereinsmitglieder.“ Einige Beteiligte sind schon informiert, mit anderen werde nun ausführlich gesprochen. Schließlich sind es die Mitglieder, die bei ihren Versammlungen im Frühjahr über die Zukunft entscheiden. Eine Drei-Viertel- Mehrheit ist notwendig, um die alten Vereine aufzulösen und damit den Weg für einen gemeinsamen Klub zu ebnen. „Bis zum 31. Mai muss der neue Verein gegründet sein, da dann die Anträge für die kommende Saison abgegeben werden“, erklärt Richter.
Ausgangspunkt für das Projekt war die erfolgreiche Kooperation im Nachwuchsbereich. „Wir befinden uns jetzt im dritten Jahr. Hier wächst etwas zusammen“, meint Schmerler und verweist zudem auf den Förderverein Hattrick. Gemeinsam mit dem FSV 95 Scharfenstein/ Großolbersdorf ziehen Krumhermersdorf und Zschopau dort schon seit zwölf Monaten an einem Strang, um die Jugendarbeit voranzutreiben. Schon jetzt sind dank der Spielgemeinschaften alle Altersklassen besetzt. 2012/13 wird die Zahl der Nachwuchs-Teams sogar steigen. Die geplante Fusion soll dazu beitragen, dass die Talente des FSV und der BSG auch nach dem Wechsel in den Herrenbereich eine Einheit bleiben können. „Wären unsere Vereine jeweils auf sich allein gestellt, würde die Zukunft deutlich schwieriger“, sagt Schmerler. In der Stadtratssitzung sprachen die Verantwortlichen die rückläufige Bevölkerungsentwicklung an. Diese führe dazu, dass Zschopau zwei Fußballvereine auf Dauer nicht vertrage.
Vor den Kommunalpolitikern traten beide Vereine bereits als Einheit auf. Dass die Bemühungen um einen Kunstrasenplatz in der vergangenen Woche scheiterten und der Stadtrat dagegen stimmte, das Projekt in den Haushalt aufzunehmen, sorgte zwar für einigen Frust (siehe Interview). Dem Bestreben, die Zukunft gemeinsam anzugehen, tat dieser Beschluss jedoch keinen Abbruch. In der Region hat es den Zschopauern und Krumhermersdorfern bereits der VfB 07 Zöblitz- Pobershau vorgemacht, wie man Kräfte erfolgreich bündeln kann. (anr)
 

 
 
Freie Presse vom 06. Juli 2011
Dem Feiern folgt das Schwitzen - In der abgelaufenen Saison sicherten sich die Kicker von Motor Zschopau in der Bezirksklasse-Staffel 3 Platz 1. Um das Projekt Titelverteidigung in der neuen Erzgebirgsliga gut gerüstet anzugehen, bittet Coach Frank Seefeldt zeitig zum Training.
 
Als eine der ersten Fußball- Mannschaften der Region beginnt die BSG Motor Zschopau bereits morgen mit der Saisonvorbereitung. „Ein kleines Spielchen zum Auftakt kann nicht schaden“, kündigt Trainer Frank Seefeldt einen lockeren Auftakt an. Doch danach will er die Zügel anziehen. „Es gibt genug Wald in der Umgebung“, spielt er auf intensive Laufeinheiten an, die auch er als Spieler einst nicht mochte. Aber konditionelle Grundlagen seien die Voraussetzung, um an die erfolgreiche Saison 2010/11 anzuknüpfen. Der in der Bezirksklasse- Staffel 3 gewonnene Titel soll laut Seefeldt in der Erzgebirgsliga verteidigt werden.
Als Seefeldt Ende April das Traineramt von Uwe Frenzel übernahm, mögen manche hinter dieser Lösung noch ein Fragezeichen gesehen haben. Schließlich verfügte der 49-Jährige kaum über Erfahrungen als Übungsleiter. Zwar hatte er einst unter Trainerlegende Gerd Schädlich in Krumhermersdorf gespielt. Zudem absolvierte er die ersten beiden Jahre nach dem Zschopauer Neuanfang 2005 als Co-Trainer an der Seite von Olaf Mehnert. Doch ob Seefeldt nach dem Ausklingen seiner Karriere in der Kreisklasse sofort der neuen Herausforderung gewachsen sein würde, konnte auch nach seinem Einstand niemand definitiv sagen. Mit der 0:1-Niederlage in Zöblitz legte der ehemalige Stürmer einen klassischen Fehlstart hin. Danach folgte jedoch eine Erfolgsserie mit fünf Siegen und einem Unentschieden bei Verfolger Thalheim.
„Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Leistung stimmt“, findet Seefeldt. Vom Potenzial des Kaders her könne ohnehin fast jeder die BSG trainieren. Doch das Talent auf dem Platz auch umzumünzen, erfordere ein gewisses Feingefühl im Umgang mit den einzelnen Spielern. Der neue Coach hat den Draht zur Mannschaft offenbar gefunden, was nicht nur an ihm selbst liegt. Als Erfolgsgarant Nummer 1 sieht Seefeldt jedenfalls die Einstellung im Team: „Bis zum Saisonende jedes Spiel ernst zu nehmen, obwohl wir von vornherein auf unser Aufstiegsrecht verzichtet haben, gelingt nicht jeder Mannschaft. Das ist eine Charakterfrage, und dafür muss ich den Jungs ein riesiges Lob aussprechen.“
Trotz der guten Resultate, zu denen ein 11:1 gegen Grünhain gehörte, hat der 49-Jährige noch Steigerungsbedarf ausgemacht. An der Hierarchie im Team müsse noch gearbeitet werden, um auch in schwierigen Situationen Ruhe und Zusammenhalt zu wahren. „Bei Rückständen verlieren wir zu schnell den Faden“, kritisiert Seefeldt, der sich auch in der Abwehr eine bessere Organisation wünscht. Andererseits hebt der Coach die Spielstärke im Mittelfeld als großes Plus hervor. Mit der Rückkehr des lange verletzten Alexander Dörfler, der gegen Saisonende wieder mitmischte, wächst die Zahl der Alternativen sogar.
Im Angriff herrscht dagegen Personalmangel. Erst recht, seit sich vor einigen Tagen Kai Hamann in Richtung Thalheim verabschiedete. „Das war unser einziger etatmäßiger Stürmer. Wir werden versuchen, diesen Verlust mit der einen oder anderen Verstärkung zu kompensieren“, sagt Seefeldt. Bange ist ihm jedoch nicht, da im Vorjahr neben Hamann auch andere Akteure zum Liga- Bestwert von 88 Toren beitrugen. Außerdem bietet die Vorbereitung viele Chancen zum Experimentieren. Das erste von sieben Testspielen steht am Samstag in Roßwein an. (anr)
 

 
 
Freie Presse vom 17. Januar 2011
Zschopauer Team belohnt sich mit Bronzemedaille - Hallen-Landesmeisterschaft: BSG gewinnt Spiel um Platz 3 gegen Krostitz - Titel geht an Mügeln-Ablaß
 
Obwohl seine Fußballer im Halbfinale gegen Titelverteidiger Hohenstein-Ernstthal einen möglichen Sieg verpassten, ist Zschopaus Trainer Uwe Frenzel zufrieden von der Endrunde der Hallen-Landesmeisterschaft zurückgekehrt. "Viel Zeit zum Ärgern blieb ohnehin nicht, da die Pause bis zum Spiel um Platz 3 nur fünf Minuten betrug. Da haben sich die Jungs noch einmal voll reingehängt und mit Bronze selbst für ihre starke Leistung belohnt", so Frenzel nach dem Turnier in Zwenkau.
Kampfgeist offenbarten die Zschopauer bereits im Auftaktspiel, als sie gegen Dresden-Striesen (Bezirksklasse) einen 1:3-Rückstand in einen 4:3-Sieg umwandelten. "Sicherlich machte sich das Fehlen von Dirk Ruttloff und Borislav Tomoski hier und da bemerkbar, aber alle haben das Beste aus sich herausgeholt", fand Frenzel. Damit meinte er auch Dominik Messig, der für Ruttloff in die Rolle des "fliegenden Torwarts" schlüpfte und im Laufe des Turniers vier Treffer erzielte. War der Gegner im Angriff, hütete David Walther den Kasten. Und auch der machte seine Sache prima, wurde am Ende sogar zum besten Torwart des Turniers gewählt.
Beim 0:2 gegen den späteren Sieger SV Mügeln-Ablaß (Bezirksliga) war aber auch Walther machtlos, und so musste das letzte Vorrundenspiel gegen den VfB Zwenkau über den Halbfinaleinzug entscheiden. Obwohl es gegen den Gastgeber ging, fühlte Frenzel dank vieler mitgereister Motor-Fans den Heimvorteil auf seiner Seite. Die Anhänger peitschten die BSG zu einem 2:1-Sieg. In der Runde der letzten vier konnten die Zschopauer beim 0:3 gegen Hohenstein-Ernstthal (Landesliga) ihre Chancen nicht nutzen. Dafür trafen sie im Spiel um Bronze gegen den FSV Krostitz (Bezirksklasse). Frenzel freute sich nicht nur über das 3:1, sondern auch über einen großen Pokal, einen Spielball und einen Futsalball. "Außerdem habe ich die Einladung für einen Futsal-Lehrgang bekommen", weist der Trainer auf die neue Form des Hallenfußballs hin, in der ab 2012 die Meister ermittelt werden. (anr)
 

 
 
Freie Presse vom 11. Januar 2011
Zschopau bucht Finalticket - Mit toller Technik und starken Nerven haben die Motor-Fußballer die Vorrunde der Hallen-Landesmeisterschaft gemeistert. Gornau verzichtete dagegen auf einen Start.
 
Die Bezirksklasse-Fußballer der BSG Motor Zschopau fahren am Samstag zur Endrunde der Landesmeisterschaft in der Halle nach Zwenkau. Ihr Ticket konnte die Mannschaft von Trainer Uwe Frenzel mit dem Vorrundensieg in Lößnitz buchen. Auf Germania Gornau warteten die Zuschauer vergeblich. Wie der Vereinsvorsitzende Frank Zoll berichtet, habe der Verein bereits vor zwei Monaten seine Teilnahme abgesagt. "Unserem Trainer ist das Verletzungsrisiko in der Halle einfach zu groß, zumal im vergangenen Winter gleich drei Spieler von uns aus dem Rennen genommen wurden", so Zoll.
Während die Gornauer in dieser Hallensaison kein einziges Turnier absolvieren, genießen die Zschopauer den Budenzauber in vollen Zügen. Das war auch in Lößnitz zu spüren, wo gleich zum Auftakt der Gruppe B Bezirksliga-Spitzenreiter Merkur Oelsnitz gegen Zschopau mit 1:4 das Nachsehen hatte. Auch gegen Turbine Bergen (Bezirksklasse) sollte sich der Einsatz des "fliegenden" Torwarts Dirk Ruttloff, der bei der Vorrunde Süd-West zum besten Keeper gewählt wurde, lohnen. 4:0 wurden die Vogtländer bezwungen - das Halbfinale war erreicht. Zum Abschluss der Vorrunde erlebten die Zuschauer beim 1:0-Sieg der Frenzel-Elf gegen Crottendorf (Bezirksliga) ein Strafen-Festival. Neben drei Zeitstrafen für Zschopau verlor auch ein Crottendorfer Spieler die Nerven, als er von der Wechselbank aus Sebastian Gillert rüde foulte und dafür die rote Karte sah.
Das Halbfinale gegen Bezirksligist Reichenbacher FC musste vom Neunmeterpunkt entschieden werden, da Motor eine zweimalige Führung noch verspielte (2:2). Dominik Messig allerdings hämmerte den entscheidenden Strafstoß zum 6:4-Endstand in das RFC-Gehäuse. Gastgeber FC 1910 Lößnitz (Bezirksliga) und das Team von Uwe Frenzel stritten nun im Finale um den Sieg dieser Vorrundengruppe. Zwei Tore von Marcel Walczak und ein weiterer Treffer von Dirk Viererbe brachten Zschopau nicht nur einen 3:1-Erfolg, sondern auch das Ticket für die Endrunde in Zwenkau. (min)
 

 
 
Freie Presse vom 05. Januar 2011
Auf der Suche nach Sponsoren und Talenten - Gert Schmerler will als neuer Vorsitzender der BSG Motor Zschopau für eine erfolgreiche Zukunft sorgen - Verein in gesundem Zustand
 
Gert Schmerler ist der neue Vorsitzende der BSG Motor Zschopau. Im Vorstand hat er Michel Richter (Stellvertreter), Frank Püschmann (Schatzmeister) und Maik Hofmann (Schriftführer) an seiner Seite. Andreas Bauer sprach mit dem 51-jährigen Klubchef über den Weg, den er mit dem Zschopauer Fußballverein gehen will.
Freie Presse: Olaf Mehnert, der nun Trainer in Marienberg ist, trat als BSG-Präsident schon im Sommer zurück. Warum ist die Nachfolge erst jetzt geklärt?
Gert Schmerler: Die Suche war nicht einfach. Im Verein hätte sich außer mir niemand gefunden.
Bedeutet das, Sie sind nur ein "Notnagel"?
Auf keinen Fall. Ich übernehme die Aufgabe gern, sonst hätte ich nicht ja dazu gesagt. Der Verein liegt mir sehr am Herzen, denn ich war von Anfang an dabei.
Was waren Ihre bisherigen Aufgaben?
Zunächst einmal habe ich die Satzung geschrieben, als die Ballsportgemeinschaft Motor Zschopau im Mai 2005 ins Leben gerufen wurde. Im folgenden Sommer wurde ich Trainer der F-Junioren und der Damen-Mannschaft. Um das Frauen-Team kümmere ich mich immer noch. Außerdem war ich zuletzt Nachwuchs-Leiter bei der BSG.
Die Tradition des Zschopauer Fußballs reicht weit zurück. Aus der Betriebssportgemeinschaft Motor wurde die Spielvereinigung und dann der Zschopauer FC. Waren Sie auch zu dieser Zeit schon an Bord?
Meine Wurzeln liegen in Großrückerswalde, aber mit Fußball hatte ich schon immer zu tun. Bis zum 18. Lebensjahr war ich für den Verein in meinem Heimatort auf Bezirksebene aktiv, später im Betriebssportverein der AOK Chemnitz.
Auf welcher Position haben Sie gespielt?
Libero.
Also waren Sie schon auf dem Spielfeld ein Organisator?
Das kann man so sagen. Einst habe ich die Abwehr organisiert und jetzt hoffe ich, das gelingt mir im Verein.
Wo sehen Sie die Schwerpunkte Ihrer Arbeit als Vorsitzender der BSG Motor?
Wichtig ist die Sponsorensuche und -pflege. Ohne Geld geht nun mal nichts. Außerdem wollen wir den Fokus noch mehr auf die Nachwuchsarbeit richten und die Mitgliederzahl von derzeit 130 steigern. Gibt es denn viel aufzuholen, was in der Vergangenheit versäumt wurde? Sicherlich sind da einige Baustellen, die intern geklärt werden müssen. Aber ich habe den Verein in einem gesunden Zustand übernommen. Dass noch mehr Sponsoren gewonnen werden sollten, liegt vor allem an den steigenden Kosten. Zum Beispiel müssen wir durch einen Beschluss der Stadt pro Jahr zusätzlich 2000 Euro für die Stadionmiete und Flutlichkosten aufbringen.
Und wie ist die Lage im Nachwuchsbereich, um den Sie sich ja schon vorher gekümmert haben?
Da es ab Sommer auch eine A-Jugend-Mannschaft geben soll, dürften wir in der nächsten Saison in allen Altersklassen vertreten sein. Auch wenn das meist nur durch Spielgemeinschaften möglich ist, sind wir auf jeden Fall gut aufgestellt. Aber auf die Ausbildung der Kinder kann man gar nicht genug Wert legen. Ziel ist es, vorrangig Spieler aus den eigenen Reihen ins Männerteam zu bringen.
Das aktuelle Team kommt vorrangig aus Zschopau und hat sich nach dem Neuanfang von der Kreis- bis in die Bezirksklasse hochgearbeitet. Ist das Ende der Fahnenstange erreicht?
Der Durchmarsch war eine tolle Leistung. Als aktueller Spitzenreiter der Staffel 3 ist sicher auch die Bezirksliga in Reichweite. Die künftige Erzgebirgsliga hat mit den vielen Derbys aber gewiss auch ihre Reize.
Also wollen Sie an glorreiche Zschopauer Zeiten anknüpfen?
Es gilt, eine lange Tradition fortzusetzen. Es wäre übrigens schön, wenn Spieler, die einst für Zschopau in der Bezirks- und Landesliga am Ball waren, auch jetzt noch im Verein spielen würden. Aber leider haben wir keine Alten-Herren-Mannschaft. Das liegt wohl an der hohen Zahl an Freizeitteams in der Stadt.
 

 
 
Freie Presse vom 03. Januar 2011
Bier entschädigt für dramatische Finalniederlage - Zschopau verspielt Sieg beim 16. Braustolz-Cup in der Verlängerung - Krumhermersdorf auf Rang 3
 
Zwei der drei Podestränge sind beim 16. Braustolz-Cup in Chemnitz an Fußball-Mannschaften aus dem mittleren Erzgebirge gegangen. Während Bezirksligist FSV Krumhermersdorf das Spiel um Platz 3 mit 5:3 gegen Germania Chemnitz gewann, wäre Motor Zschopau beinahe sogar der Turniersieg geglückt. Im Finale lag das Bezirksklasse-Team gegen Landesligist Fortuna Chemnitz fast ständig in Führung, zog dann aber in der Verlängerung mit 5:6 den Kürzeren.
"Natürlich haben sich die Jungs im ersten Moment geärgert. Aber sie haben super gespielt, und als Trost gab es ja auch etwas Bier", spielte Trainer Uwe Frenzel hinterher auf die Auszeichnungen für sein Team an. Neben einem Fünf-Liter-Fass für den Silberrang gab es jeweils ein weiteres für den besten Turnierspieler Borislav Tomoski und Torschützenkönig Dirk Ruttloff, der als "fliegender Torhüter" auf zehn Treffer kam. Beide hatten schon während des Turnierverlaufs insgesamt vier Sechserpacks Bier eingespielt.
Die erste vom Veranstalter ausgeschriebene Belohnung ging an Tomoski, dem beim 1:0-Sieg gegen Krumhermersdorf das erste Turniertor gelang. Offenbar war dies ein Weckruf für die FSV-Kicker, die zwei Tage zuvor in Meißen den Pokal der Schwerter-Brauerei geholt hatten. Sie gewannen die restlichen Gruppenspiele gegen Handwerk Rabenstein (3:2) und Post Chemnitz (5:2). Auch Motor agierte weiterhin souverän, wobei sich Ruttloff beim 6:1 gegen Post über einen Hattrick und damit über einen weiteren Sechserpack freuen durfte.
Sogar Uwe Frenzel war vom starken Auftritt seiner Spieler überrascht, da sie in diesem Winter noch nicht gemeinsam in der Halle trainieren konnten. Technik und Übersicht sind aber auch so vorhanden. Tomoski glänzte mit Täuschungsmanövern und seinem Auge für die Mitspieler, Ruttloff mit seinen zahlreichen platzierten Schüssen.
Auch im sehenswerten Endspiel gegen den VfB Fortuna, der zuvor Krumhermersdorf 6:3 bezwungen hatte, traf Ruttloff. Wenige Sekunden vor Ablauf der 15 Minuten fiel jedoch das 4:4. In der fünfminütigen Verlängerung erzielte der Ex-Drebacher Kenny Schmidt den entscheidenden Treffer. "Wir können trotzdem selbstbewusst zur Vorrunde der Landesmeisterschaft fahren", blickte Frenzel bereits auf das Turnier am kommenden Sonntag. (anr)
 

 
 
Freie Presse vom 18. September 2010
„Mit dem Anpfiff spielt das Drumherum keine Rolle mehr“ - 25 Jahre nach einem spektakulären Pokalspiel gegen Aue ist Frank Seefeldt noch am Ball – Zuschauerschwund ein Zeichen der Zeit
 
Vor 3000 Zuschauern verloren die Bezirksliga-Fußballer der BSG Aufbau dkk Krumhermersdorf am 16. September 1985 daheim im FDGB-Pokal gegen Oberligist Wismut Aue 0:3. Zum Kader der Gastgeber, die die Tore von Kraus und Mothes (2) erst in der Schlussviertelstunde kassierten, gehörte Frank Seefeldt. Andreas Bauer sprach mit dem 48-Jährigen, der später in Zschopau aktiv war, über damals und heute.
Freie Presse: Wissen Sie noch, welche Krumhermersdorfer Partie fast auf den Tag genau vor 25 Jahren reichlich 3000 Zuschauer gebannt verfolgten?
Frank Seefeldt: Ich habe so viele Spiele absolviert, da kann ich das aus der Kalten gar nicht sagen.
Freie Presse: Aber ein spannendes Pokalspiel gegen einen Oberligisten vergisst man doch nicht – 0:3 gegen Aue.
Seefeldt: Ob ich damals mit auf dem Feld stand, weiß ich nicht mehr. Womöglich habe ich wegen Leistenproblemen gefehlt, die mich Mitte der 80er Jahre mal geplagt haben. Es kann aber auch sein, dass ich mitgespielt habe.
Freie Presse: Solch eine beeindruckende Kulisse würde einem Spieler doch in Erinnerung bleiben, oder?
Seefeldt: So viele Zuschauer waren damals nichts Besonderes. Zu DDRLiga- Zeiten waren im Schnitt bestimmt um die 2000 Leute bei unseren Spielen in Krumhermersdorf. Gegen Sachsenring Zwickau kamen sogar 5000. Die beiden 1:0-Siege gegen diesen Favoriten sind mir zum Beispiel noch in bester Erinnerung.
Freie Presse: Warum?
Seefeldt: Mit dem Erfolg 1984 konnten wir Platz 3 in unserer DDR-Liga- Staffel belegen. Das war ein riesiger Erfolg für so einen Dorfverein. Außerdem waren die Vergleiche mit Zwickau auch für mich persönlich Höhepunkte. Selbst wenn ich dabei kein Tor erzielen konnte, waren es einige meiner besten Spiele.
Freie Presse: Nach dem Bezirkspokalsieg 1986 spielten Sie nicht mehr für Krumhermersdorf, sondern für Zschopau. Wie kam es dazu?
Seefeldt: Erstmal musste ich zur Armee. Mein Wechsel lag aber auch an Trainer Gerd Schädlich, denn mit ihm hatte ich manchmal meine Probleme. Ich bin ein Typ, der pro Spiel 90 Minuten auf dem Platz stehen will. Eine Stunde oder Einwechslungen hätten mir nicht gereicht.
Freie Presse: Selbst mit Zschopau spielten Sie dann noch vor großem Publikum, speziell in den Bezirksliga-Derbys gegen Krumhermersdorf. Was ist in Ihren Augen der Grund, warum der Fußball damals so viele Zuschauer anzog?
Seefeldt: Es gab weniger Alternativen für die Leute. An Computer war gar nicht zu denken. Viele hatten nicht mal ein Auto, um am Wochenende wegzufahren. Und da war es doch ein Erlebnis, auf den Fußballplatz zu gehen, wo immer eine fantastische Stimmung herrschte. Vielleicht lag es auch daran, dass speziell in Krumhermersdorf so viele Spieler aus dem Ort und der näheren Umgebung aktiv waren. Mit der Wende hat sich alles geändert.
Freie Presse: Auch in Zschopau wurde das Interesse kleiner. Sank damit auch die Motivation als Spieler?
Seefeldt: Natürlich ist eine riesige Kulisse immer etwas Besonderes. Nie werde ich vergessen, wie ich als Nachwuchsspieler des FC Karl-Marx- Stadt ein Vorspiel im Leipziger Zentralstadion vor 20.000 Zuschauern absolviert habe. Auf der anderen Seite ist mit dem Anpfiff so etwas vergessen. Sobald der Ball rollt, spielt das Drumherum keine Rolle mehr.
Freie Presse: Für Zschopau II spielten Sie zuletzt nur noch vor einer handvoll Leuten. Macht’s trotzdem Spaß?
Seefeldt: Ich habe den Fußball immer gebraucht. Mit 48 Jahren kribbelt’s nicht mehr ganz so sehr, aber das Loslassen fällt mir schwer. Zwar wollte ich im Sommer aufhören, aber ich gehe immer noch zum Training. Und in Notfällen lasse ich mich breitschlagen. Vergangenes Wochenende saß ich wieder auf der Bank.
 

 
 
Freie Presse vom 07./08. August 2010
Einweihung beeindruckt durch Vielseitigkeit - Zschopauer Fußballplatz in der Sandgrube feiert 85. Geburtstag – Heute trainieren dort die BSG Motor und vier Freizeitvereine
 
Noch hat die Fußballsaison nicht begonnen. Es steht auch kein Testspiel der BSG Motor Zschopau an, so dass der ältere der beiden Zschopauer Fußballplätze in der Sandgrube an diesem Wochenende in aller Ruhe seinen 85. Geburtstag feiern kann. Deutlich mehr Trubel herrschte nahe des Zschopauufers am 8. und 9. August 1925.
Wie dem Wochenblatt im Zschopauer Stadtarchiv zu entnehmen ist, wurde der Sonntag zum Jubeltag. „Es war ein großes Fest“, steht darin geschrieben, bezogen auf die sportlichen Aktivitäten auf dem Platz nach einem großen Festumzug. Erstaunlicherweise weckte nicht der bereits am 19. November unter dem Vorsitz von Fritz Morgenstern gegründete Zschopauer Fußballclub das größte Aufsehen, sondern ein Damen-Handball-Werbespiel zwischen Sachsen 09 Chemnitz und dem VfB Annaberg. Die Annabergerinnen erlitten dabei „eine Niederlage, die noch viel größer geworden wäre, wenn nicht ein kleiner blonder Torwart mit Meisterschaft ihr Heiligtum gehütet hätte“.
Die feierliche Einweihung des Platzes, der auf einer von Spediteur Emil Weißbach gepachteten Wiese in unzähligen freiwilligen Arbeitseinsätzen errichtet worden war, hatte schon am Vorabend mit ihrer Vielfältigkeit beeindruckt. So bot der Box-Klub „Heros“ aus Chemnitz im Gasthaus „Goldener Stern“ nach Meinung des Berichterstatters „Vorzügliches und gab dieser Platzweihe eine rechte Einleitung“. Die Fußballer wollten dem kaum nachstehen, und ihre lebenden Bilder, die beispielsweise die Platzwahl, einen scharfen Schuss oder ein vereiteltes Tor darstellten, begeisterten das Publikum: „Die dargebotenen leichtathletischen Übungen waren turnerische Leistungen erster Klasse und fanden reiche Anerkennung.“ Die Freude war groß, obwohl Gauvorsteher Hertling auch kritische Worte fand: „Besonders habe die Stadtverwaltung Zschopau der Pflege der Leibesübungen nicht das nötige Interesse entgegengebracht.“
Der grandiosen Einweihung sollten schon bald attraktive Spiele auf dem Rasenplatz folgen, der Anfang der 50er-Jahre einen Bruder in Form eines weiteren Spielfeldes erhalten sollte. Auch ein Sportlerheim wurde gebaut. Später kam sogar eine Tennisanlage zu dem Sportkomplex in der Sandgrube hinzu, der nach dem Hochwasser 2002 umfangreich saniert wurde.
An den guten Bedingungen der Fußballanlage erfreuen sich derzeit neben der BSG Motor Zschopau auch vier Freizeitvereine. Insgesamt trainieren und spielen dort neun Mannschaften. Die Zahl der Nutzer ist im Vergleich zur Geburtsstunde also deutlich gestiegen, doch nicht alles hat sich geändert. Das Riesenband bei der Einweihung des Areals mit dem Schriftzug „Sport tut Not!“ könnte auch heute über dem Platz prangen. (anr)
 

 
 
Freie Presse vom 18. Januar 2010
"Für immer Zschopau" - Trainer Volkmar Neubert feiert heute 60. Geburtstag
 
Ziel erreicht: Dank eines 2:1-Sieges gegen Kreisligist SG Friedrichsgrün im Spiel um Platz 7 haben die Fußballer von Motor Zschopau bei der Hallen-Bezirksmeisterschaft in Lößnitz den letzten Platz vermieden. "Ich bin zufrieden, weil wir Spaß hatten und gerade die jungen Spieler wichtige Erfahrungen gesammelt haben", erklärte Trainer Volkmar Neubert, der heute einen noch viel wichtigeren Grund zum Feiern hat: seinen 60. Geburtstag.
Zu den Gratulanten werden auch zahlreiche Weggefährten aus Neuberts Fußballlaufbahn gehören - darunter ehemalige Zschopauer Spieler, mit denen der Übungsleiter in den 80er und 90er Jahren für Furore sorgte. Nach einem Auftritt im DFB-Pokal sowie drei Spielzeiten in der Landesliga verabschiedete sich Neubert von der Trainerbank. "Ich hatte erstmal nichts mehr mit Fußball zu tun", berichtet der Coach. Anfragen anderer Klubs gab es, doch ihm fehlte nach eigenen Angaben die Lust, "Ja" zu sagen: "Ich konnte mir keinen Vereinswechsel vorstellen."
"Einmal Zschopau, immer Zschopau", nennt Neubert sein Motto. So ließ er sich vor zwei Jahren zur Rückkehr ins Trainergeschäft bewegen, als Motor Zschopau anklopfte. Dabei sollte er nicht den Durchmarsch der ersten Mannschaft fortsetzen, sondern "nur" die Reserve betreuen. "Es macht auch Spaß, ein Team auf Kreisebene zu trainieren", stellt Neubert klar. Dass auch aus Motor II trotz des derzeitigen Abstiegsplatzes in der Kreisliga etwas herauszukitzeln ist, bewies die Hallensaison. Für die in Prag weilende "Erste" trat Neubert größtenteils mit der Reserve zur Bezirksvorrunde an und gewann. Auch beim Finale in Lößnitz, für das aus dem Bezirksklasse-Team nur Marcel Haase als Verstärkung hinzukam, verkaufte sich seine Mannschaft so teuer wie möglich. Gegen Neustädtel (0:2), Landesligist Fortuna Chemnitz (1:5) und Hohenstein-Ernstthal II (1:4) war wenig zu holen. Doch im letzten Spiel sorgte Benjamin Uhlig mit seinem Doppelpack für gute Laune. (anr)
 

 
 
Freie Presse vom 15. Januar 2010
Überraschungsteam darf nochmal ran - Zschopau mit "Reserve" zur Bezirksendrunde
 
Quasi mit einer Reserve-Mannschaft haben die Fußballer von Motor Zschopau in Olbernhau überraschend den Einzug in die Endrunde der Hallen-Bezirksmeisterschaft erreicht. Vor dem morgigen Turnier in Lößnitz sprach Andreas Bauer mit Trainer Volkmar Neubert (59), der wie die meisten Spieler eigentlich zur Kreisliga-Vertretung des Vereins gehört.
Freie Presse: Wird in der Endrunde die Motor-Mannschaft das gleiche Gesicht haben wie in der Vorrunde? Die Spieler der "Ersten", die vergangene Woche bei einem Turnier in Prag war, stehen ja wieder zur Verfügung.
Volkmar Neubert: Die Jungs, die den Einzug ins Finale geschafft haben, sollen dort auch spielen. Das ist mit Olaf Mehnert, dem Trainer der ersten Mannschaft so abgesprochen. Da wir in Olbernhau ja nur einen Wechselspieler auf der Bank hatten, wird aber der eine oder andere sicherlich dazukommen.
Freie Presse: Aber morgen wartet doch wesentlich stärkere Konkurrenz als in der Vorrunde, oder?
Neubert: Natürlich ist uns das klar. Wenn wir mit Kreisliga-Akteuren anreisen und dort auf Bezirks- und sogar Landesligisten treffen, sind wir natürlich krasse Außenseiter. Aber vielleicht können wir doch einen Favoriten ärgern, wobei ich mehr auf die Leistung als auf das Ergebnis Wert lege.
Freie Presse: Als Trainer betreuten Sie Zschopau in den 80er und 90er Jahren selbst auf Bezirks- und Landesebene. Da müssen Sie sich mit höherklassigen Gegnern ja auskennen.
Neubert: Wir wurden nach der Wende sogar der erste Sachsenpokalsieger. Das waren schöne Zeiten, aber zurück zur Gegenwart: Teams aus höheren Ligen sind oft verspielt. Ihnen kommt es nicht so sehr auf Zweikampfhärte an. Da ist gerade in der Halle vieles möglich.
Freie Presse: Das klingt, als wollten Sie nicht mit leeren Händen von der Endrunde zurückkehren.
Neubert: Als Fußballer und Trainer ist man immer mit Ehrgeiz bei der Sache. Aber konkrete Ziele will ich im Vorfeld nicht ausgeben. Die Mannschaft soll einfach das Bestmögliche herausholen, so wie sie es schon in Olbernhau getan hat. Solche Erfolgserlebnisse tun hoffentlich auch gut im Hinblick auf die Rückrunde in der Kreisliga, in der es für uns ja nicht allzu rosig aussieht.
 

 
 
Freie Presse vom 02. Dezember 2009
Erfolge und Trainerschein im Visier - Ex-Auer Borislav Tomoski will bei Motor Zschopau seine Karriere ausklingen lassen
 
Seit dieser Saison ist mit Borislav Tomoski ein Ex-Profi für die BSG Motor Zschopau in der Fußball-Bezirksklasse am Ball. Der 37-jährige Mazedonier mit deutschem Pass wechselte 1995 zum FC Erzgebirge Aue, spielte später bei Hansa Rostock, Rot-Weiß Essen, SC Paderborn, beim Chemnitzer FC und zuletzt in Auerbach. Olaf Wirth sprach mit ihm über seinen Wechsel zu Motor.
Freie Presse: Was verschlägt einen ehemaligen Profi in die Zschopauer Fußballprovinz?
Borislav Tomoski: Altersmäßig reicht es nicht mehr für eine höhere Liga. Über Klaus Bengner kam der Kontakt zustande. Für Zschopau war ich wohl ein echtes Schnäppchen. Mein Vertrag beim VfB Auerbach war ausgelaufen, es musste also keine Ablöse gezahlt werden. Zudem versprach mir Zschopau eine berufliche Perspektive.
Freie Presse: Gefällt es Ihnen dort?
Tomoski: Ja, ich wurde sehr gut aufgenommen. Es macht Spaß, in dieser Mannschaft Fußball zu spielen. Für die junge, spielfreudige Truppe bin ich eine Art Leitwolf und bringe mich als Führungsspieler ein. Das funktioniert bisher ganz gut.
Freie Presse: Sehen Sie Unterschiede zu Ihren bisherigen Ligen?
Tomoski: Ja, natürlich. Obwohl die Jungs technisch einiges draufhaben, gibt es große Unterschiede hinsichtlich der Taktik, der Kondition und auch der Technik. Aber das ist vielleicht auch normal.
Freie Presse: In welche Richtung führt der Weg der BSG Motor?
Tomoski: Die letzten drei Spiele konnten wir siegreich gestalten. Und auch die zwei Partien bis Weihnachten wollen wir gewinnen. Wenn wir oben mitmischen könnten, wäre das schön.
Freie Presse: Ist Zschopau Ihre letzte Station als aktiver Fußballer?
Tomoski: Davon gehe ich mal aus. Ich werde vielleicht noch zwei Jahre spielen und möchte den C-Trainerschein machen.
Freie Presse: Das heißt, wir können Sie in Zukunft als Trainer erleben?
Tomoski: Dann würde sich für mich ein Kreis schließen. Ich habe nie etwas anderes gelernt, als Fußball zu spielen. Bereits mit 17 Jahren wurde ich mit Vojvodina Novi Sad jugoslawischer Meister, absolvierte später zwei Länderspiele für Mazedonien. Mit den U-16- und U-18-Teams von Jugoslawien bestritt ich sogar noch Länderspiele gegen die DDR. Mit einer Trainertätigkeit könnte ich zum Fußball zurückkommen.
Freie Presse: Gibt es Fußball-Nachwuchs im Hause Tomoski?
Tomoski: Das ist durchaus möglich. Mein vierjähriger Sohn Dario probiert zwar noch vieles, spielt aber schon ziemlich gut Fußball. Und auch meine neunjährige Tochter Emilija ist sportlich aktiv, sie widmet sich in Chemnitz intensiv der Leichtathletik.
 

 
 
Der Westen vom 08. November 2009
Die Ersten, die ein DDR-Team zu Gast hatten
 
Nur wenige Tage nach dem Mauerfall 1989 gab es die ersten Kontakte, etwa weitere fünf Wochen später die offizielle Zusage fürs Fußballturnier, und nur neun Wochen nach diesem historischen Datum nahm in Gevelsberg erstmals eine DDR-Mannschaft an einem Turnier teil.
Die BSG Motor Zschopau erreichte bei der Premiere im Januar 1990 den dritten Platz nach den Gruppenspielen, wurde ein Jahr später im Januar 1991 als Spvgg Zschopau Gesamt-Zweiter beim Turnier um den Röttger-Cup des damaligen VfL Gevelsberg, der auch Endspielgegner war. Es war ein Zufall, dass es der damalige DDR-Bezirksligist (dritthöchste Liga in Ost-Deutschland) war, zu dem der Kontakt geknüpft wurde. Dietmar Baum, seinerzeit im Gevelsberger VfL-Vorstand engagiert, hatte durch seinen Job die Bande geknüpft. Denn mit seinem Arbeitgeber, dem Arbeitsamt, ging es in die Region Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz.
„Wir sollten helfen, dort ein Arbeitsamt mit aufzubauen”, erinnert sich Baum. Und wie es der Zufall so wollte, gab es die ersten Gespräche mit Fußballern aus Zschopau. Schnell war man sich einig, dass der DDR-Bezirkligist an dem Röttger-Turnier in Gevelsberg teilnimmt. „Wir wollten die Ersten sein, die eine DDR-Mannschaft bei einem Turnier zu Gast haben”, so Rolf Westermann, der heute der Altherren-Abteilung des FSV Gevelsberg vorsitzt und seinerzeit als Jugendleiter für den VfL die Turnierleitung inne hatte. Mitte Dezember kam die offizielle Zusage.
Zweimal waren die Sachsen beim VfL-Turnier zu Gast. Und jeweils gab es Probleme mit der Anreise. Im Januar 1990 wollten die Ost-Kicker in Dortmund aus dem Zug aussteigen. „Und wir haben in Ennepetal gewartet”, so Westermann. Die Bahn half weiter. Beim zweiten Mal, im Januar 1991, „ist der Bus unterwegs verreckt. Wir haben uns dann um die Reparatur gekümmert”, weiß Dietmar Baum.
Doch das waren schon die einzigen Wermutstropfen. Ansonsten stimmte es sportlich (Baum: „Die hatten schon ein tolles Niveau.”) und menschlich. Zschopauer und Gevelsberger waren sofort auf einer Wellenlänge. Sowohl Rolf Westermann als auch Dietmar Baum erinnern sich nur allzu gerne an das so genannte Rahmenprogramm. Obligatorisch war der Empfang bei Gevelsbergs Bürgermeister Helmut vom Schemm. Obligatorisch auch eine Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn.
Und dort gab es fast ein Malheur. Da die Gäste aus dem Erzgebirge sozusagen auch im „Tal der Ahnungslosen” lebten, also kein West-Fernsehen empfangen konnten, staunten sie über das hiesige Konsum-Angebot und somit über die Auslagen in den Schaufenstern - die auch aus der Schwebebahn heraus zu sehen waren. „Da rief plötzlich einer, und alle rannte auf eine Seite. Die Bahn geriet ganz schön in Schieflage”, erinnert sich Baum lachend.
Nach zwei Jahren war es vorbei mit den Gastauftritten von Zschopau. Im Sommer 1990 gab es den Gegenbesuch mit sportlichem Vergleich auf dem Feld. „Wir sind mit der Reserve angereist und haben eine ordentliche Klatsche bekommen”, so Rolf Westermann. Der hielt noch zehn Jahre den Kontakt aufrecht – zu Trainer Volkmar Neubert. (Heinz-G. Lützenberger)
 

 
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